Perlen -> Zuchtperlen
Der Begriff Zuchtperlen umfasst alle Perlen, die mit Hilfe des Menschen in einem lebenden Organismus, einer Muschel oder Auster entstanden sind. Sobald der Mensch bei der Perlenbildung mitwirkt, handelt es sich um eine Zuchtperle.
| Abb. "Geburt" einer Perle |
Anders als bei Naturperlen greift der Mensch in den natürlichen Abwehrprozess der Muschel oder Auster ein und kann so zur optimalen Ausbildung einer Perle beitragen. Naturperlen und Zuchtperlen bestehen aus demselben Material – umgangssprachlich als Perlmutt bekannt.
Urkundliche Erwähnungen über Zuchtversuche im Roten Meer stammen bereits aus dem 3. Jahrhundert n. Chr., jedoch waren es die Chinesen, die ab dem 12.Jahrhundert erfolgreich Zuchtperlen produzierten. Dazu wurde ein Objekt unter die Schale bestimmter Süßwassermuscheln geschoben.
Auch in Europa gab es ab dem 18.Jahrhundert vermehrt Anstrengungen, Zuchtperlen nach dem chinesischen Vorbild zu züchten. Dazu wurden einheimische Flussmuscheln genutzt, in deren Schale ein Loch gebohrt und mit Hilfe eines Silberdrahtes ein kleines Kügelchen aus Kalkstein zwischen Schale und Mantel der Muschel eingeführt wurde.
Es sollte jedoch noch viele Jahre dauern, bis es dem Japaner Kokichi Mikimoto gelang, die ersten vollrunden Zuchtperlen auf den Markt zu bringen. Mikimoto ist es zu verdanken, daß die Zuchtperlenindustrie seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen immensen Aufschwung erlebte.
Zuchtperlen können in folgende Kategorien unterteilt werden:
Salzwasserperlen mit Kern: Akoya Perlen, Südsee Perlen, Tahitiperlen
Salzwasserperlen ohne Kern: Keshi Perlen
Süßwasserperlen mit Kern: Kasumiga Perlen
Süßwasserperlen ohne Kern: Süßwasserperlen
Süßwasser Perlen
Süßwasser Zuchtperlen (auch Frischwasser Perlen genannt) werden seit hunderten von Jahren in China gezüchtet. Die ältesten Aufzeichnungen darüber stammen aus dem 12.Jahrhundert. Erst am Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden erstmals kernlose Süßwasserzuchtperlen aus China offiziell auf einer Schmuckmesse angeboten. Seitdem hat sich China als Hauptproduzent von Süßwasser Perlen auf dem Weltmarkt etabliert. Weitere Produzenten sind Japan und die USA.
| Abb. Salzwasser Perlenfarm in Indonesien |
Kokichi Mikimoto sagte man nach, dass er tatsächlich die moderne Zuchtperlen Industrie in Gang gebracht hat. Obwohl das nicht ganz richtig ist, kann man sagen, dass er die Hauptrolle spielte.
Einerseits hat er die modernen Techniken für die Perlenzüchtung entwickelt und andererseits die Öffentlichkeit überzeugt, die Perle so zu akzeptieren, dass sie lohnenswert und sehr wertbeständig blieben.
Mikimoto wurde in Toba City/Japan 1858 geboren und war der älteste Sohn einer Familie, die ein Nudelrestaurant betrieb. Er begann 1888 mit der Muschelaufzucht und erhielt 1890 eine Auszeichnung für eine Patententwicklung um Mabe-Perlen (halbrunde Perlen) zu züchten.
Während der folgenden 20 Jahre setzte er die Forschungen für Zuchtperlen fort, die dann mit dem Antrag auf eine Patentzulassung zur Züchtung von runden Perlen ihren Höhepunkt hatte. Danach war Mikimoto ein ruheloser Verfechter der neuen Züchtungstechniken und der daraus entstehenden Verbesserungen.
Seine Bemühungen eröffneten weltweit neue Vermarktungsmöglichkeiten für Zuchtperlen. Somit schuf er folglich die moderne Perlenindustrie, die auch heute noch Bestand hat. Für seine Arbeiten erhielt Mikimoto zahllose Ehrungen und Belobigungen von seinen Japanischen Mitbürgern.
Mikimoto starb 1954 im Alter von 96 Jahren.
Im Gegensatz zu Akoya Perlen, Tahiti Perlen und Südsee Perlen haben Süßwasser Zuchtperlen keinen Kern aus Perlmutt, sie bestehen zu 100 Prozent aus einer gewachsenen Perlmuttschicht. Zur Zucht werden Süßwassermuscheln der Hyriopsis Gattung verwendet, die Zuchtfarmen befinden sich hauptsächlich in der Region des Yangtse Deltas.
Bei der so genannten „Operation“ der Süßwassermuschel wird das Mantelgewebe mehrere Male mit winzigen Einschnitten versehen, die auf drei parallelen Linien in der Mantelmitte angeordnet sind. In diese Einschnitte werden dann Gewebeteilchen einer anderen Muschel gedrückt. Auf diese Weise werden auf jeder Seite der Muschel maximal 20 Gewebeteilchen plaziert. Danach kommen sie in Drahtkörbe oder Plastiknetze und werden in Seen, Kanälen und kleinen Teichen ausgesetzt.
Nach etwa einem bis eineinhalb Jahren entstehen Perlen in einer Größe von 3mm, nach 3 Jahren sind die Zuchtperlen 7mm groß. Mit der Optimierung der Zuchtmethoden sind heute Süßwasser Zuchtperlen bis zu einer Größe von 15mm möglich, die jedoch auch eine Zuchtzeit bis zu 8 Jahren benötigen. Die Perlmuschel umschließt in dieser Zeit die eingepflanzten Gewebeteilchen mit Perlmutt, einer Substanz aus Aragonit und Conchyn. Conchyn ist dabei das von der Perlmuschel produzierte organische Bindemittel, welches in den konzentrischen Perlmuttschichten den Zusammenhalt der Aragonitprismen bewirkt.
Während der Wachstumszeit der Perlen wird durch die Perlenfarmer ständig die Wasserqualität überwacht, außerdem werden die Perlmuscheln mehrere Male im Jahr gereinigt. Das vorrangige Ziel eines jeden Perlenfarmers ist es, runde Perlen in guter bis sehr guter Qualität zu züchten. Jedoch entstehen während des Zuchtvorgangs auch häufig andere Fantasieformen, die eiförmig, oval oder tropfenförmig sein können.
Süßwasser Zuchtperlen kann man heute in vielen Farbnuancen erwerben. So gibt es neben der traditionellen weißen Farbe auch Zuchtperlen in diesen Farben: Purpur, Lavendel, Pfirsich, Malve, Aqua-Silber und Rosa. Dies lässt auf neue Zucht- und Veredelungstechniken schließen. Durch ihre einzigartigen Formen verbunden mit einer Vielzahl von Farben sind Süßwasser Zuchtperlen heute aus der Schmuckwelt nicht mehr wegzudenken.
Auf Grund attraktiver Preise ist es heute jedem Konsumenten möglich, aus einer breiten Palette an Größen und Farben auszuwählen. Auch bei Aperlea haben Sie die Möglichkeit, Perlenketten mit Süßwasser Zuchtperlen in ausgezeichneter Qualität zu erwerben.
Akoya Perlen
Akoya Perlen erfreuen sich auf Grund ihrer zumeist perfekt runden Form und ihres außergewöhnlichen Glanzes immer größerer Beliebtheit. Die Bezeichnung Akoya stammt aus dem Japanischen. Man geht davon aus, daß sich dieses Wort im Laufe der Jahrhunderte als Synonym für die japanische Perlmuschel „Pinctada martensii“ durchsetzte. Die japanische Perlenindustrie nennt ihre Perlmuschel Akoya-gai, wobei alle westlichen Industrieländer diese Bezeichnung heute übernommen haben. Darum werden diese Perlen heute umgangssprachlich als Akoya Perlen bezeichnet.
| Abb. Akoya Perlen |
Japanische Akoya Perlen werden heute in den Präfekturen Mie, Ehime, Kumamoto, Oita and Nagasaki gezüchtet. Diese Perlen erreichen eine Grösse von 2 bis 10mm, wobei Grössen zwischen 5mm und 8mm hauptsächlich für die Herstellung von Perlenketten, Perlenarmbändern und Perlenohrsteckern benutzt werden. Inzwischen ist in China ein eigenständiger Industriezweig für die Züchtung von Akoya Perlen entstanden, der dem japanischen gleichwertig geworden ist.
Um Akoya Perlen zu produzieren, wird in die Perlmuschel ein runder Kern aus Perlmutt und ein winziges Stückchen Mantelgewebe einer fremden Muschel eingepflanzt. Dieser Perlmuttkern ist genormt, je nach Größe dieses Kerns werden in die Perlmuschel 1 bis 4 Kerne eingesetzt. Nach dieser „Operation“ werden die Perlmuscheln heute durchschnittlich 10–18 Monate bei kontinuierlicher Pflege durch die Perlenfarmer im Meerwasser gelagert. In dieser Zeit bildet die Perlmuschel um den eingepflanzten Fremdkörper eine Perlmuttschicht.
Je nach Größe des Kerns und Belassens der Muschel im Meerwasser enstehen Akoya Perlen in unterschiedlichen Größen, Formen und Qualitäten. Nur ein geringer Prozentsatz dieser Muscheln produziert perfekt runde Perlen mit hervorragendem Lüster. Runde Akoya Perlen mit einem Durchmesser ab 9mm sind besonders begehrt, da sie sehr schwer zu züchten sind. Häufig entstehen aber auch unrunde Akoya Perlen, die als unrund, semibarock oder barock bezeichnet werden.
Das Farbspektrum variiert von weiss mit rosa oder grünlichem Schimmer über crèmefarben bis hellgrau. Seit einigen Jahren werden auch Perlen in goldenen, grünen und blauen Farbtönen angeboten. Diese Perlen werden einer speziellen Behandlung mit Licht und anderen Farbstoffen unterzogen.
Beim Kauf einer Akoya Perlenkette sind wie bei allen anderen Zuchtperlen folgende Bewertungsfaktoren zu beachten: Grösse, Form, Glanz (Lüster), Farbe, Sortierung (Matching) und Beschaffenheit der Oberfläche.
Alle diese Faktoren tragen dazu bei, den Wert einer Perlenkette zu bestimmen. Im Einzelhandel erreichen Ketten aus Akoya Perlen hervorragender Qualität und einer Größe von 10mm heute Preise bis zu 10.000 Euro.
Tahiti Perlen
Tahiti ist heute der Sammelbegriff für alle Inseln, welche die berühmten großen Perlen von beeindruckender Schönheit produzieren. Dazu gehören Französisch-Polynesien und die Cook-Inseln. Tahitiperlen werden erst seit 1960 kommerziell gezüchtet, vorher beschränkte man sich auf den Inseln im Südpazifik auf die Perlmuttfischerei. Die zur Perlenzucht notwendige Perlmuschel heißt schwarzlippige Auster oder „Pinctada margaritifera“. Diese kann bis zu 5kg schwer und bis zu 30cm groß werden.
| Abb. Perlenkette aus Tahitiperlen |
Dieser Perlmuschel werden 1 bis 2 Perlmuttkerne und Mantelgewebe einer weiteren Muschel eingepflanzt. Je größer dieser Perlmuttkern ist, desto größer wird nach Ablauf der Wachstumszeit die Tahiti Perle sein. Nach dieser „Operation“ werden die Perlmuscheln in Drahtkörben gehalten, die in Tiefen von 5-15m an einer Unterwasserplattform aufgehängt werden. Eine Reinigung der Muscheln erfolgt im Abstand von ein bis zwei Monaten.
Die durchschnittliche Wachstumszeit in den warmen Gewässern des Südpazifik beträgt 18–24 Monate. In dieser Zeit bildet die Muschel eine 2–2,5mm dicke Perlmuttschicht. Nach der ersten Ernte haben etwa 50 Prozent der Perlmuscheln Tahitiperlen von verwendbarer Qualität erzeugt. Nur 2 bis 3 Prozent dieser Perlen sind von sehr guter Qualität. Anschließend kann eine weitere „Operation“ erfolgen, wobei dann an der Stelle, wo die Perle entnommen wurde, ein neuer Perlmuttkern mit Mantelgewebe eingefügt wird. Die Grösse von Tahiti Perlen umfasst einen Bereich von 8–20mm.
Hauptmerkmal der Tahiti Perlen ist jedoch ihr außergewöhnliches Farbspektrum, daß von hellgrau über beige, gold, bronze bis zu dunkelgrün und schwarz reicht. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, daß Tahiti Perlen auch mehrere Überfarben haben. Wichtigste Faktoren bei der Bewertung von Tahiti Perlenketten sind: Größe, Form, Farbe, Glanz (Lüster), Oberflächenbeschaffenheit und Sortierung (Matching).
Die Herstellung einer einzelnen Tahiti Perlenkette ist daher eine enorme Aufgabe, bei der tausende einzelne Perlen begutachtet werden müssen. Dieser Umstand trägt dazu bei, daß Perlenketten mit Tahitiperlen einen Verkaufspreis von wenigen Tausend bis zu Hunderttausend Euro haben.
Südsee Perlen
Südsee Perlen gelten heute auf Grund ihrer Größe, ihres begrenzten Zuchtbereichs und ihrer langen Wachstumszeit als die seltensten und wertvollsten Zuchtperlen der Welt. Ihr Zuchtbereich begrenzt sich bei weißen Südsee Perlen auf die Nordwestküste von Australien, goldene Südseeperlen werden vorrangig in Indonesien und auf den Philippinen gezüchtet.
| Abb. Südsee Perlenkette |
Die kommerzielle Züchtung von Südsee Perlen begann Mitte des 20. Jahrhunderts und ist ein wichtiger Industriezweig geworden. Zur Zucht wird die Perlmuschel „Pinctada maxima“ verwendet, die eine Größe von 30cm und ein Gewicht von 4kg erreichen kann. Die Perlmuschel tritt in den warmen Gewässern als goldlippige oder silberlippige Muschel auf. Dieser Umstand hat großen Einfluß bei der Zucht von weißen oder goldenen Südsee Perlen. Das dicke Perlmutt der Schalen hat einen ausgeprägt weißen oder goldenen Ton.
Ähnlich wie bei allen anderen Zuchtperlen mit Kern wird in die Perlmuschel ein Stück Mantelgewebe einer anderen Muschel sowie ein Perlmuttkern eingepflanzt. Dieses geschieht sehr sorgfältig durch ausgebildete Spezialisten. Dabei werden Perlmuttkerne aus Süßwasserperlmutt eingebracht, deren durchschnittliche Größe im Bereich von 9-18mm liegt. Mit 18mm großen Kernen lassen sich Perlen bis über 20mm Größe herstellen.
Nach der Operation werden die Perlmuscheln an geschützte Bodenstellen im warmen Meerwasser verbracht, wo sie ständig von Tauchern kontrolliert werden. Die Wachstumszeit für Südsee Perlen beträgt 2 Jahre, wobei die Wachstumsgeschwindigkeit der Perlmuttschicht bei 1,5-2mm pro Jahr liegt. Danach entnimmt der Operateur die Perle und setzt sofort einen neuen Kern ein. Anschließend kann mit einer weiteren Zucht begonnen werden. Die Perlmuttschicht erreicht am Ende der Zucht eine Größe von 3-4mm. Je nachdem, ob eine Perlmuschel 2 oder 3mal bestückt wird, sind am Ende Größen bis zu 20mm möglich.
Der Anteil an perfekt runden Südseeperlen liegt im Bereich von wenigen Prozent, etwa 20 Prozent sind annähernd rund. Außerdem entstehen Perlen in folgenden Formen: Barock, Tropfen und Circles.
Silberlippige Perlmuscheln produzieren im Allgemeinen Perlen in weiss bis silberweiss. Daneben können auch Farbtöne in grau, blau, gelb und gold auftreten. Die hellen Perlen der goldlippigen Perlmuschel weisen fast immer einen Cremeton auf, dem ein grünlicher oder gelblicher Ton beigemischt sein kann. Außerdem treten Grautöne sowie stahlblau auf, die Perlen wirken „metallisch“.
Um die natürliche Schönheit der Südsee Perlen voll zur Geltung kommen zu lassen, werden sie nach der Ernte gewaschen und anschließend poliert. Südseeperlen gelten heute als die teuersten Zuchtperlen der Welt. Ihr Preis ist abhängig von der Qualität, der Form und der Größe einer einzelnen Südsee Perle.
Deshalb können Perlenketten heute Marktpreise von bis zu 250.000 Euro erreichen. Die barocken Formen werden häufig zu eleganten Einzelstücken verarbeitet, die zu erschwinglichen Preisen bei Juwelieren angeboten werden.
Keshi Perlen
Keshi Perlen entstehen dann, wenn eine Muschel einen eingepflanzten Kern nicht annimmt und diesen wieder „ausspuckt“, bevor der Züchtungsprozess beendet ist oder das eingepflanzte Gewebe zerbricht und einen separaten Perlensack, eben ohne den ehemals eingepflanzten und dann ausgespuckten Kern, bildet. Dieser Perlensack produziert dann eventuell eine Perle, wohlgemerkt ohne einen Kerneinsatz.
| Abb. Keshi Perlen |
Keshi Perlen können sowohl in Salzwassermuscheln als auch in Süßwassermuscheln entstehen. Sie sind generell von kleinerem Umfang und, da kein Perlenkern vorhanden ist, der schlussendlich das Wachstum der Perle steuert, variiert die Form dieser Perlen erheblich.
Keshi Perlen kommen in einer großen Vielfalt von Farben vor, tendieren zu starkem Glanz und kommen eher in seltener Form vor. Dies ist bedingt durch den stabilen Perlmuttaufbau. Da der eingepflanzte Kern durch die Muschel ausgespuckt wird, ist die entstehende Keshi-Perle 100% aus Perlmutt und zeigt, dadurch bedingt, eine speziell glänzende und schimmernde Oberfläche.
Die meisten Keshi-Perlen haben einen höheren Oberflächenglanz als die qualitativ besseren Zuchtperlen. Die Tatsache, dass Keshi-Perlen aus stabilstem Perlmutt sind, reicht nicht für eine Klassifizierung ähnlich wie bei Naturperlen, da Keshi-Perlen nur ein Nebenprodukt des Züchtungsprozesses sind und nicht auf natürlicher Basis entstanden sind.
Keshi-Perlen, speziell aus Tahitiperlen oder der Südseeperlen, waren einst „das“ Geschäft, wenn es um wunderschöne und formschöne Stücke ging. Heutzutage findet man Keshi-Perlen viel seltener, da Tahitiperlenzüchter und Südseeperlenzüchter die Muscheln röntgen um so herauszufinden, ob der Kern ausgespuckt wurde oder nicht. Falls man eine Muschel ohne Kern findet, wird diese wieder mit einem Kern bestückt, damit sich keine Keshi-Perle bilden kann. Wie bereits angedeutet, führt diese Praxis dazu, dass man viel seltener Keshi-Perlen findet, als das vorher der Fall war. Das Wort Keshi heißt auf Japanisch „poppy/seed“, entkernte Frucht ,und daher nennt man Keshi-Perlen auch „poppy-seeded-pearl“.
Mabe Perlen
Eine Mabe-Perle ist eine halbrund geformte Perle, welche auf der Innenseite einer Muschelschale wächst, weniger innerhalb des Muschelgewebes.
| Abb. Mabe Perlen |
Mabe Perlen kommen gelegentlich auch in der Natur vor. Man züchtet Mabe-Perlen, indem man auch halbrunde Kerne anstelle von runden verwendet und das Einpflanzen direkt in die Muschelschale vornimmt und nicht in das Gewebe. Die Perle entwickelt sich dann in halbrunder Form mit einem flachen Rückenteil.
Eine Mabe-Perle in der Muschel bezeichnet man auch als Blisterperle. Nach der Bearbeitung nennt man die Blisterperle auch Mabe-Perle. Nachdem man eine Blisterperle mit einem Rundschleifer aus dem Gewebe herausgetrennt hat, kann man sie weiter bearbeiten. Man entfernt den Kern und ersetzt diesen durch ein Stück Kunstharz. Die Rückseite der Perle wird dann mit einem Stück Perlmutt bestückt.
Gezüchtete Mabe-Perlen werden hauptsächlich für Ringe und Ohrringe verwendet, weniger für Halsketten. Sie sehen sehr schön aus, haben einen starken Lüster und ein schönes Erscheinungsbild und sind preislich viel günstiger als runde Perlen.
Melo Melo Perlen
Die Melo Melo Perle stammt nicht von einer Muschel oder einem Weichtier, sondern der Melo Melo Meeresschnecke ab, welche im südchinesischen Meer und dem Golf von Bengalen vorkommt.
| Abb. Melo Melo Perlen |
Ähnlich wie bei Conch Perlen ist die Melo Melo Perle keine echte Perle, da sie kein Perlmutt hat. Die Melo Melo Perle entsteht durch einen ähnlichen Prozess oder aber durch eine fremde Substanz, welche in die Schneckenmuschel eindringt.
Melo Melo Perlen sind sehr groß und haben generell eine runde Form. Eine der größten, je gefundenen Melo Melo Perlen hatte die Größe eines Golfballes.
Die Farbenbreite reicht von hell- bis dunkelbraun oder auch orange, welches am populärsten ist. Ähnlich wie bei der Conch Perle glaubt man, dass die Farben über Jahre hinaus ausbleichen.
Melo Melo Perlen sind sehr selten und obwohl Forscher versuchten, sie zu züchten, hatten sie bisher keinen Erfolg damit und so bleibt es dabei, dass alle Melo Melo Perlen Naturperlen sind.
Obwohl diese Perlen seit Jahren in Asien bekannt sind und dort gefischt wurden, sind sie erst kürzlich im Westen auf den Markt gekommen.
Scallop Perlen
Untypisch im Vergleich zu anderen Perlen, die nicht durch Perlmutt entstehen, z.B. die MeloMelo-Perle , stammen die Scallop Perlen von zweischaligen Muscheln, auch bekannt als „Mano de Leon“ oder „Die Pfote des Pazifischen Löwen“, ab.
| Abb. Scallop Perlen |
Diese Schalentiere führen diese Namen wegen der einzigartigen Form der Muschel, die der Pfote des Pazifischen Löwen gleicht und aus dem Küstengebiet von Zentral- und Nordamerika stammt, manchmal aber auch an der Küste der Baja California gefunden werden kann.
Die Scallop–Perle kommt sehr selten vor und ist ein Nebenprodukt der wild lebenden Kamm-oder Jakobsmuschel. Durch das sehr seltene Vorkommen werden Scallop Muscheln nicht wegen ihrer Perle gesucht.
Scallop Muschelfischer riskieren ihr Leben wegen des Fleisches dieser Muschel und finden während ihres Fischerlebens vielleicht eine Hand voll Perlen, mehr nicht.
Scallop Perlen haben eine einheitliche Form und Färbung, die es in anderen kalkhaltigen Gebilden nicht gibt. Sie sind generell symmetrisch, oval, rund und können Tropfen-oder Knopfform haben.
Die Größe der Perlen reicht von der Samenform bis ca. 40 Karat. Sie haben eine sehr seltene, kastanienbraune bis pflaumenfarbene Färbung und werden auch in orange, pink und tiefpurpur gefunden.
Die Scallop- Perle hat einen einheitlichen 3D-Effekt innerhalb der strahlenden Farbplättchen an der Oberfläche, welches zusätzlich die Schönheit dieser Perlen bestärkt. Dies gibt dieser Perle eine Art aufleuchtenden Effekt, ähnlich der Flammen ähnlichen Erscheinung bei der Conch-Perle.
Kasumigaura Perlen
ist eine Neue und spezielle Züchtung einer Süßwasserperle benannt nach dem Kasumigaura-See, dem zweitgrößten See Japans.
Sie ist erst seit einigen Jahren auf dem Markt und hat eine intensive pinkfarbene Farbe. Sie ist aus der Kreuzung einer japanischen mit einer chinesischen Süßwassermuschel entstanden und wurde Anfangs nur im Kasumigaura-See gezüchtet. Der Perlauster werden hier relativ große Perlmuttkerne eingesetzt, das Ergebnis sind schöne große Perlen die einen Vergleich mit der Qualität einer Akoya-Zuchtperlen standhalten können.
Inzwischen wird die gleiche Perle im großen Stil in China produziert. Eine Unterscheidung der Perlen, ob es sich um eine Perle aus dem Kasumigaura-See oder aus China handelt läßt sich nicht feststellen.
Der derzeit sehr hohe Marktwert der Kasumigaura Zuchtperle ist gerechtfertigt, durch das absolut neue Element der hochwertigen rosaroten, kreisrunden Perle.





