Perlen -> Perlmuschel
| Abb. Muschel mit Perle im Sand |
Bei der Zucht im Meer kommen Muscheln der Gattung Pinctada, der Perlmuschel (die engl. Bezeichnung pearl oyster wird oft fälschlich als Perlauster übersetzt), zum Einsatz. Sie sind nämlich nicht mit der als Delikatesse geltenden Europäischen Auster, (Ostrea edulis) oder der Pazifischen Felsenauster (Crassostrea gigas) zu verwechseln, sondern gehören zur Familie der Flügelmuscheln.
Zu den häufigsten Zuchtmuscheln gehören:
Pinctada martensii
Diese Muschel kommt hauptsächlich vor den südlichen Inseln Japans vor. Die bis zu 8 cm groß werdende Pinctada martensii, wird auch als Akoya (jap.: ako = mein Kind, ya = zeigt die Zuneigung) bezeichnet.
| Abb. Pinctada martensii |
Die Perlen diese Muschel erreichen eine Größe bis zu 12 mm. Sie werden in Japan seit etwa 100 Jahren zur Perlgewinnung gezüchtet, in China seit 1980.
Pinctada
Diese Muschel ist an der Ostküste Afrikas, dem Roten Meer, im Persischen Golf, Indischen Ozean, westlichen und mittleren pazifischen Raum beheimatet.
| Abb. Pinctada margaritifera |
Es handelt sich bei Pinctada margaritifera eher um eine Gruppe ähnlicher, jedoch leicht unterschiedlicher Muscheln. So wird zum Beispiel die „Schwarzlippige Perlmuschel“ aus dem polynesischen Raum, aus der die Tahitiperle gewonnen wird, als Pinctada margaritifera cumingi geordnet. Kulturhistorisch dürften die kostbarsten und berühmtesten Perlen der Antike (wie etwa die legendären Perlenohrringe der Königin Kleopatra) von dieser Muschelart stammen.
Pinctada maxima
Bei der Perlmuschelart Pinctada maxima handelt es sich um eine außerordentlich große Muschel. Sie kann über 5 kg wiegen.
| Abb. Pinctada maxima |
Sie kommt im östlichen Indischen Ozean bis hin zum tropischen westlichen Pazifik vor. Die Perlen dieser gut zur Zucht geeigneten Muschel können bis 20 mm groß werden.
Pteria penguin (Röding, 1798): Pteria penguin ist im Roten Meer, persischen Golf, Indischen Ozean und dem tropischen westlichen Pazifik beheimatet. Sie wird manchmal auch als "Schwarze Flügelmuschel" bezeichnet. Sie produziert, wie auch Pinctada margaritifera die bekanntesten schwarzen Perlen.
Pinctada radiata
Diese Muschel ist im Persischen Golf, Roten Meer, Indischen Ozean und, seit dem Bau des Suez Kanals, stellenweise nun auch im Mittelmeer beheimatet.
| Abb. Pinctada radiata |
Die meisten Perlen der Antike dürften dieser Muschelart zu verdanken gewesen sein. Der Umfang der Kultivierung dieser Muschelart im Sinne der Zuchtperlen gilt als unbemerkenswert. Ihre Naturperlen genießen jedoch noch heute einen hohen Stellenwert.
Pinctada imbricata
Bei der Muschelart Pinctada imbricata handelt es sich um jene Perlmuschel, welche für die ersten Perlen aus der Neuen Welt (Amerika) sorgte. Der Weltentdecker Kolumbus hatte Perlen dieser Muschelart bei Indianern an der Küste Venezuelas vorgefunden.
| Abb. Pinctada imbricata |
Sie wird auch als „Atlantische Perlmuschel“ bezeichnet, da sie im westlichen Atlantik beheimatet ist (Bermuda, Florida und nördliches Südamerika). Die natürlichen Bestände dieser Muschelart gelten durch Überfischung vielerorts als ausgerottet oder sehr gefährdet, zumal diese Muschelart im Sinne der Zuchtperlen nicht kultiviert wird.
Pinctada fucata
Die Muschelart könnte als die bedeutendste Muschelart in der Geschichte der Perlenzucht gelten. Mit dieser Muschelart eröffnete der japanische Perlenzüchter Mikimoto bereits Anfang des 20. Jahrhunderts den Weltmarkt der Zuchtperlen. Sie ist auch als die „Akoya-Muschel“ (Akoya oyster) bekannt.
| Abb. Pinctada fucata |
Die Bezeichnung Pinctada fucada ist wissenschaftlich noch etwas unstabil. Sie ist in den Meeresgewässern von Japan, China, Taiwan, Vietnam und Australien beheimatet.
Pinctada mazatlanica (Hanley, 1855) wird manchmal auch als die „La Paz Perlmuschel“ bezeichnet. Die wohl berühmteste tropfenförmige (halbbarocke) Perle aller Zeiten, La Peregrina, dürfte vermutlich von dieser Muschelart stammen. Das Verbreitungsgebiet dieser ostpazifischen Muschelart erstreckt sich von der Westküste Mexikos (Baja California) bis nach Peru. Sie kann eine Größe von über 20 cm erreichen. Natürliche Perlen können über 10 mm groß sein. Neben weißen Perlen bringt diese Muschelart auch dunkelfarbige Perlen hervor.





