Perlen -> Entstehung
Der heutige Begriff Perle stammt vermutlich vom lat. "pirula" Birnchen. Perlen bilden sich in zahlreichen Muscheln, (Mollusken) in Schnecken (Gastropoden) und Kopffüßler wie Tintenfische (Cephalopoden). Viele dieser Perlen entsprechen allerdings nicht dem Idealbild eine Perle. Sie gleichen oft einem Sandkorn sind aus dem gleichen Material wie die Muschelschale meist weiß - grau, porzellanartig ohne den Schimmer von Perlmutt.
| Abb. Perlen |
Die Entstehung von Perlen war über Jahrmillionen das Ergebnis einer zufälligen Störung im normalen Lebensablauf der Muschel. Vorraussetzung war, dass Epithelzellen aus der oberen Schicht des Mantels in dessen Bindegewebe verlagert wurden und einen geschlossenen Perlsack bildeten. Ursache dafür waren z.B. Würmer, Schnecken oder Wurmlarven, die in den Mantelschalenraum gelangten und dort das Mantelgewebe der Muschel verletzten. Auch durch die Muschel selbst gelangten beim Filtrieren des Wassers Fremdkörper in das Mantelgewebe und verletzten es. Durch diese Verletzung werden einzelne Epithelzellen in das Bindegewebe verlagert, wo sie sich durch Zellteilung vermehren und sich anschließend miteinander verbinden. Dabei entsteht ein Perlsack, der mit der Ausscheidung von Perlsubstanz beginnt.
| Abb. Perle in der Muschel |
Aus neueren Forschungen ist bekannt, dass das Epithel das wichtigste Element zur Perlbildung ist. Die Auster kann somit auch ohne Fremdkörper eine Perle erzeugen, z. B. durch Krankheit oder Verletzung von außen.
Aus geschichtlichen Aufzeichnungen geht hervor, dass bereits seit dem 5.Jahrhundert n. Chr. versucht wird, diese Erkenntnisse bei der Züchtung von Perlen zu nutzen. So versuchten bereits in dieser Zeit die Chinesen, Buddhafiguren in Süßwassermuscheln einzufügen. Diese Versuche waren erfolgreich, es bildete sich eine Perlmuttschicht um diese Figuren.
Die kommerzielle Züchtung von Perlen begann jedoch erst in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Japaner Kokichi Mikimoto war der erste, dem es gelang, vollrunde Zuchtperlen auf den Markt zu bringen. Dabei benutzte er erstmals Kerne aus anderen Muscheln, die in die Austern eingefügt wurden und um diesen Kern Perlmutt bildeten.
| Abb. Kokichi Mikimoto 1858-1954 |
Seitdem haben sich die Zuchtbedingungen grundlegend geändert. Perlenfarmen beschäftigen sich heute ausschließlich mit der Zucht dieser Perlen. Dabei werden heute bei der Zucht von Akoya Perlen, Tahiti Perlen und Südsee Perlen Kerne aus Süßwasserperlmutt verwendet.
Beim Operationsvorgang wird ein Kern aus Perlmutt zusammen mit einem winzigen Stück Mantelgewebe einer Gebermuschel eingepflanzt. Dabei müssen die äußeren Epithelzellen den Kern berühren. Nach und nach bildet sich um den Kern der Perlsack, der mit der Ausscheidung von Perlsubstanz beginnt. Je nach Wachstumszeit wird sich um den eingepflanzten Kern eine Perlmuttschicht bilden. Diese Perlmuttschicht hat bei Akoya Perlen eine Stärke zwischen 0,2 und 0,7mm. Bei Tahiti Perlen und Südsee Perlen erreicht die Perlmuttschicht eine Stärke zwischen 1,5 und 4mm.
Die gebildete Perle besteht wie die Muschelschale zu ca. 90% aus Calciumcarbonat in seiner primären Form als Aragonit. Sekundär ist Calciumkarbonat als Calcit vertreten. Als Bindemittel dient Conchin (Conchiolin), welches aus einer Mischung von Proteinen besteht. Perlen haben eine kristalline Struktur, die Kristalle wachsen im Laufe der Zeit in Form von Plättchen und sind schichtweise angeordnet.
Schöne Perlen findet man hauptsächlich in den Arten der Muschelgattung "Pinctada", sie gehören in die Familie der "Pteriidae", (aktuelle Bezeichnung " Aviculiden"). Süßwasserperlen dagegen in der Flussmuschel Margaritifera ( Familie Unionacea).






