Diamanten -> Bewertung

Der Wert eines Diamanten wird über dessen Qualitätsmerkmale bestimmt. Die für einen Diamanten wichtigsten Qualitätsmerkmale sind: Gewicht (Carat), Reinheit (Clarity), Schliff (Cut) und Farbe (Color). Man spricht auch von den „4-C“ eines Diamanten, aufgrund des „C“´s in der englischen Übersetzung der Qualitätsmerkmale.

Gewicht (Carat)

Die Masseneinheit für Edelsteine ist das Karat, Abkürzung ct. Der Name dieser Einheit leitet sich von der arabischen bzw. griechischen Bezeichnung für die Samen des Johannisbrotbaums (lat. Ceratonia siliqua) ab. Ein Karat sind umgerechnet 0.2 Gramm. Der Wert eines Diamanten entscheidet sich nach dem Gewicht. Ein Dreikaräter also ein Diamant mit 3.0 ct. ist deutlich seltener als ein Einkaräter 1.0 ct. Je größer, schwerer ein Diamant desto teurer. Die Preise steigen nicht linear sondern exponential an.

Die optimale Größe des Diamanten scheint der „Einkaräter” zu sein – wenn man der Werbung glaubt. Damit lässt sich in der Tat ein prachtvoller Solitärring bauen; aber schon kleinere Formate sind auffallend schön, und geschickte Juweliere schaffen aus winzigen Steinchen gleißende Lichtflächen. Bei so teuren Steinen wie dem Diamanten ist eine Abwägung zwischen Kosten und Schmuckwert ganz besonders wichtig. Obwohl das aus gestalterischer Sicht eine gewisse Einschränkung bedeutet, kann man schönen Diamantschmuck herstellen, der nicht nur für Raffke & Co. erschwinglich ist.

Es lohnt sich daran zu erinnern, dass Volumen und Masse eines Körpers mit der dritten Potenz des Durchmessers zunehmen. Bis der Durchmesser sich verdoppelt, steigt das Gewicht um den Faktor 8 – und der Preis des Diamanten um das 20-fache. Zum Glück ist für den Größeneindruck nicht der Durchmesser sondern die Fläche entscheidend, und die wiederum steigt mit dem Quadrat des Durchmessers. Deshalb sieht ein Stein mit 1,5 ct doppelt so groß aus wie einer mit 0,5 ct, obwohl der Durchmesser nur um ca. 40% zunimmt.

Reinheit (clarity)

Die Anzahl der Einschlüsse sowie ihre Größe und deren Positionierung entscheiden über die Reinheit des Diamanten. Dabei werden die Steine unter einer 10-fachen-Lupe untersucht. Zeigt ein Stein keine inneren Mängel auf, so wird er als Lupenrein (engl. Lupeclean) bezeichnet. Einschlüsse verhindern eine optimale Lichtreflexion - Lichtbrechung. Das Bewertung mit lupenrein ist die höchste Auszeichnung für Diamant Edelsteine. Hier konnten selbst Experten keine Einschlüsse unter 10-fachen-Vergrößerung feststellen.
Zur Beschreibung der Reinheit werden folgende Abkürzungen und Fachbegriffe verwendet (Rangfolge):

Kurzbezeichnung Bedeutung Beschreibung
fl flawless auch bei 10-facher Vergrößerung lupenrein
(keine Einschlüße erkennbar)
if internally flawless bis auf mögliche Oberflächenspuren von der Verarbeitung lupenrein
vvs1 very,very small
inclusions
Einschlüsse sind auch bei 10-facher Vergrößerung nur sehr, sehr schwer zu erkennen
vvs2 very,very small
inclusions
Einschlüsse sind auch bei 10-facher Vergrößerung nur sehr schwer zu erkennen
vs1 very small
inclusions
Einschlüsse sind bei 10-facher Vergrößerung schwer zu erkennen

Schliff (cut)

Feiner Schliff und Politur verleihen dem Diamanten die Brillanz und den Glanz für welchen er bekannt ist. Minimale Fehler werden mit großen, dauerhaften Wertverlust bestraft. Dabei ist nicht nur die Form an sich, sondern auch die Proportion des Schliffes entscheidend. Der Schleifer hat nur eine einzige Chance. Fehler werden sofort bestraft. Korrekte Abmessungen des Schliffs sind von größter Wichtigkeit und müssen sorgfältig gemacht werden. Der Brillantschliff ist wohl der bekannteste aller Diamant-Schliffe und der Diamant muss über mindestens 58 Facetten verfügen. Das Licht wird von einer Facette zu der nächsten reflektiert und ein paar Mal gebrochen, so dass es am Ende dem Betrachter entgegenblitzt.

Der Schliff ist für das Feuer eines Diamanten maßgeblich. So kann der eine geradezu leblos wirken, während aus dem anderen scheinbar Funken sprühen.

Nachfolgende Übersicht nach RAL 560 A5E:

Sehr gut (very good) Hervorragende Brillanz.
Wenige oder nur geringfügige äußere Merkmale. Sehr gute Proportionen.

Gut (good) Gute Brillanz.
Einige äußere Merkmale, Proportionen mit geringen Abweichungen.

Mittel (medium) Brillanz gemindert.
Mehrere größere äußere Merkmale. Proportionen mit erheblichen Abweichungen.

Gering (poor) Brillanz erheblich gemindert.
Große und/oder zahlreiche äußere Merkmale. Proportionen mit sehr deutlichen Abweichungen.

Neben dem am weitesten verbreiteten Brillantschliff, dem klassisch rund geschliffenen Brillanten, existieren auch sogenannte Phantasieschliffe. Die gebräuchlichsten Schliff-Formen bei Diamanten sind nachfolgend erläutert. Der Antwerpener Schleifer Gabi Tolkowsky beeinflusste den Trend zu den Phantasieschliffen. Er erfand Schliff Formen, denen er Blumennamen gab wie z.B. Firerose, Zinnia oder Sunflower.

Nicht zu verwechseln ist die Schliffform eines Diamanten mit dem sogenannten Cut, der Schliffausführung, die zu den sogenannnten 4C gehört.

Full Cut / Brillant-Schliff Ein im Brillant-Schliff geschliffener Diamant mindestens 56 Facetten plus Tafel und Kalette

Emerald-Cut / Smaragd-Schliff Ein als Achteck geschliffener Diamant

Pear Shape / Tropfen Ein in Tropfen-Form geschliffener Diamant

Marquise / Navette Ein in Navette-Form geschliffener Diamant

Oval Schliff Ein in ovaler Form geschliffener Diamant

Princess-Schliff Ein Carrée im brillantierten Princess-Schliff

Farbe (colour)

Man unterscheidet verschiedene Farbabstufungen eines Diamanten von farblos bis Gelb. Dabei werden als Grundlage international anerkannte Steinserien zu Grunde gelegt und mit der Farbe des untersuchten Diamanten verglichen. Die Farbe D (auch farblos - River bezeichnet) ist die höchstmögliche weil „farbloseste“ Farbeinstufung. Die Skala reicht bis Z.

Diamantenfarben werden als “Phantasiefarben” bezeichnet, dazu zählen orange, grün, rosa, blau usw. Einzelne Farbdiamanten, auch als “Fancy Color“ Diamanten bezeichnet, erhalten bei Auktionen teils Spitzenpreise.

Diamanten, die für das ungeübte Auge farblos zu sein scheinen, können vom Fachmann in verschiedene Farbklassen eingeteilt werden:

1. Hochfeines Weiß+ (River), GIA-Bezeichnung: D,
2. Hochfeines Weiß (River), GIA-Bezeichnung: E,
3. Feines Weiß+ (Top Wesselton), GIA-Bezeichnung: F,
4. Feines Weiß (Top Wesselton), GIA-Bezeichnung: G,
5. Weiß (Wesselton), GIA-Bezeichnung: H,
6. Leicht getöntes Weiß+ (Top Crystal), GIA-Bezeichnung: I,
7. Leicht getöntes Weiß (Top Crystal), GIA-Bezeichnung: J,
8. Getöntes Weiß+ (Crystal), GIA-Bezeichnung: K,
9. Getöntes Weiß (Crystal), GIA-Bezeichnung: L,
10. Getönt 1 (Top Cape), GIA-Bezeichnung: M, N,
11. Getönt 2 (Cape), GIA-Bezeichnung: O

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