Diamanten -> Berühmte Diamanten
Nur wenige Diamanten haben es geschafft, besonders berühmt zu werden. Lassen Sie sich verzaubern und tauchen Sie ein in eine außergewöhnliche Welt der Superlative.
Der Black Orlov
Der "Black Orlov" ist einer der bedeutendsten Prachtstücke in der Sammlung von Edelsteinen und Juwelen des Moskauer Kreml und ist Teil des "USSR Diamond Fund's Treasury". Unter der Herrschaft der Zarin Katharina der Großen wurde der Diamant in das königliche Zepter eingesetzt. Sein Gewicht wird mit 189,62 ct. angegeben und die Abmessungen mit 32x35x31 mm. Seine Reinheit ist typisch für die feinen indischen Diamanten und seine Farbe besitzt eine schwache blau-grüne Tönung. Auf der einen Seite des Diamanten befindet sich ein leichter Einschnitt. Die Schliffform des Diamanten wird als die eines halben Taubeneis beschrieben. Der Orlov ist eine Rarität unter den historischen Diamanten, da er seinen ursprünglichen indischen Rosenschliff beibehielt.
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| Abb. Der Black Orlov |
Früher zierte der Orlov einmal ein Hindu Tempelbild. Er wurde von einem französischen Deserteur gestohlen, der ihn in Madras einem britischen Kapitän verkaufte. Dieser veräußerte den Stein an einen Juden, über den er dann an einen Perser gelangte. 1773 traf dieser Perser den russischen Fürsten Orlov. Orlov war ein in Ungnade gefallener Liebhaber Katharinas II. und kaufte den Diamanten für 400.000 Rubel, ein sagenhafter Betrag für damalige Zeiten. Zwar nahm Katharina II. das Geschenk an, es kam jedoch nicht zu einer Wiedervereinigung der beiden. Fürst Orlov starb in einer Anstalt für Geisteskranke. Der Diamant trägt jedoch bis heute seinen Namen.
Die ungewöhnliche Schliffform des Orlov, das Vorhandensein eines speziellen Einschlusses und das Muster seiner Facetten deuten darauf hin, dass der Orlov mit einem legendären Stein identisch ist, der vor langer Zeit verschwand: Dem "Großmogul" (Great Mogul). Dieser wurde von dem Reisenden Jean-Baptiste Tavernier, dem es als einem der ersten Europäer erlaubt wurde, die Juwelen der indischen Herrscher zu studieren, in seinem Buch wie folgt beschrieben: Der Diamant von 279 ct. (als Rohstein 787,5 ct.) soll 1650 in der Kollur-Mine am Kistnah in Indien gefunden worden sein. Der Großmogul wurde Tavernier von Aurangzeb (1658-1707), dem dritten Sohn von Schah Jahan, gezeigt. Das Schleifen des Diamanten wurde dem Italiener Hortensio Borgio anvertraut, der den Großmogul auf 279 9/16 ct. Herunter schliff. Das Resultat seiner Arbeit enttäuschte Aurangzeb so sehr, dass er Hortensio Borgio anstelle einer Belohnung für seine Dienste mit einer Geldstrafe von 10.000 Rupien belegte - mehr als der Mann besaß.
Aber ein Mysterium bleibt: Welches Schicksal konnte diesen großartigen Edelstein befallen haben, von dem alle Spuren verschwunden zu sein scheinen? Einige nahmen an, er wurde in kleinere Steine gespalten. Andere vermuten, dass er noch heute existiert in der Gestalt eines anderen Diamanten, z.B. dem Orlov.
Wenn man die Zeichnungen des Großmoguls von Tavernier mit den Fotos des Orlov im Kreml vergleicht, sind sofort Ähnlichkeiten erkennbar. Die erste liegt in der Schliffform. Wie bereits erwähnt wird die Form des Orlov als ein halbes Taubenei beschrieben und Tavernier bezeichnete den Großmogul als ein Ei, das in der Mitte durchgeschnitten wurde. Im Laufe der Geschichte kann es nicht viele Diamanten mit einer solchen Form gegeben haben. Zum Zweiten sind die Facetten der beiden Steine einander nicht unähnlich. Drittens ist der zuvor bereits erwähnte leichte Einschnitt am Orlov entsprechend der Feststellung Taverniers, dass der Großmogul einen leichten Riss und einen Fleck habe. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die Geschichte des Großmogul kein Ende zu haben scheint und die des Orlov keinen Anfang, liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass es sich um identische Steine handelt.
Letztendlich hat der Akademiker Alexander E. Fersman, eine russische Autorität für Edelsteine, keinen Zweifel daran gelassen, dass der Orlov derselbe Diamant sei wie der Großmogul.
Der Blue Hope Diamant
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| Abb. "Blue Hope" |
Der "Blue Hope" ist ein dunkel stahlblauer Diamant mit einem Gewicht von 45,52 ct. und wurde in der Kollur Mine in Golconda, Indien gefunden. Der Rohdiamant wog 112 ct. Wie wohl kein anderer Diamant hat dieser Stein das Schicksal so vieler Menschen negativ beeinflusst. Aber auch bei keinem anderen gehen die Geschichten so weit auseinander. Jean Baptiste Tavernier hat diesen Stein 1642 (oder 1648) erworben. Der Hope war, vielleicht auf Taverniers Wunsch, gestohlen worden, weshalb der Stein mit einem Fluch belegt worden sein soll.
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| Abb. Jean Baptiste Tavernier |
Tavernier selber verkaufte ihn rasch an König Ludwig XIV., wohl um dem Fluch zu entgehen. Der Hofjuwelier Sieur Pitau schliff den Stein in einen dreieckigen, tropfenförmigen Diamanten mit einem Gewicht von 67,50 ct.: Den "French Blue" oder "Tavernier Blue". In Gold gefasst hing der Diamant an einem Halsband des Königs, das er zu zeremoniellen Gelegenheiten trug. Am 11. September 1792 wurde der Diamant während der Französischen Revolution gestohlen. Er wurde nach Le Havre und dann nach London gebracht, wo er verkauft werden sollte. Er wurde jedoch gestohlen. 1824 tauchte der Diamant in einer Edelsteinsammlung von Henry Philip Hope auf. Als Henry Philip Hope starb, entbrannte ein Kampf um den Diamanten zwischen seinen drei Neffen. Henry Hope erwarb den "Hope Diamanten" und das Juwel wurde im Jahre 1841 in der "Great Exhibition of London" und 1855 in der "Exhibition Universelle" in Paris ausgestellt. Seine Frau Adele besaß ihn bis zum 31. März 1887.
Henry Francis Hope Pelham-Clinton verkaufte 1901 den Hope Diamanten für 29.000£ an den Londoner Edelsteinhändler Adolf Weil. Adolf Weil verkaufte ihn an Simon Frankel, einen Diamantenhändler, der ihn nach New York brachte. Dort wurde sein Wert auf 141.032$ geschätzt. Frankel verkaufte den Diamanten 1908 an Salomon Habib in Paris für 400.000$. Habib verkaufte den Diamanten an den Edelsteinhändler Rosenau, der ihn 1919 wiederum für 550.000Francs an Pierre Cartier verkaufte. Im Jahre 1911 verkaufte Cartier den Stein an die Theater-Schauspielerin Evalyn Walsh MacLean, die 1947 verstarb. Die Treuhänder verkauften den Blue Hope an den New Yorker Diamantenhändler Harry Winston. Harry Winston stelle den Blue Hope in seiner "Court of Jewels"aus, einer Juwelenausstellung in den USA. Im August 1958 wurde der Diamant in der "Canadian National Exhibition" gezeigt. Die untere Facette wurde geschliffen um die Brillanz des Diamanten zu steigern.
Heute gehört der "Blue Hope" der "National Gem Collection" in der Smithsonian Institution. 1962 wurde er in Paris und 1965 in Südafrika ausgestellt. In den letzten Ausstellungen wog der Diamant 45,52 ct. Die Klassifizierung des Farbgrades des Hope Diamanten lautet “Fancy dark grayish-blue”.
Centenary Diamant
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| Abb. Centenary Diamant |
Der Centenary Diamant wurde am 17. Juli 1986 in der Premier Mine entdeckt. Der Rohdiamant hatte ein Gewicht von 599,10 Carat. Er wurde durch das sogenannte "electric X-ray recovery system" entdeckt. Diese sensationelle Entdeckung wurde auf der 100-Jahr Feier von De Beers am 11. März 1988 in Kimerly bekannt gegeben. Völlig überraschend wurden den 400 Zuhörern während der Willkommens-Ansprache des Vorstands Julian Oglivie Thompson dieser Fund mit folgenden Worten bekanntgegeben: "Wir haben in der Premier Mine einen farblich perfekten Diamanten von 599 Carat entdeckt - er ist in der Tat einer der größten jemals gefundenen Diamanten mit dieser hochwertigen Farbe. Deswegen wird er der Centenary Diamant genannt."
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| Abb. Gabi Tolkowsky |
Der Meisterschleifer Gabi Tolkowsky wurde beauftragt diesen außergewöhnliche Diamant zu Schleifen und zu Polieren. Hierfür testete, entwickelte und perfektionierte er mit seinem Team eine Anzahl von Schleif-Werkzeugen. Der angeblich schönste weiße Diamant der je gefunden wurde wog nach dem Schleifen 273,85 Carat. Die Farbe soll River D sein (hochfeines Weiss +, Exceptional white +, flawless D-colour, colourless). Die Reinheit ist Lupenrein (Loupe-Clean, Internally Flawless). Nach Angaben des De Beers-Konzerns ist er mit mehr als 100 Millionen US-Dollar versichert. Der fertig geschliffene Centenary Diamant wurde im Mai 1991 im Tower von London der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Cullinan Diamanten
Cullinan
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| Abb. Der Cullinan, darunter die fünf größten geschliffenen Teilstücke |
Der Cullinan war der größte jemals gefundene Rohdiamant mit einem Gewicht von 3.106 ct. Der Diamant wurde in der südafrikanischen Premier Mine bei Pretoria bei einer Routineinspektion durch den Produktionsleiter der Mine, Frederick Wells, am 26. Januar 1905 entdeckt. Seinen Namen erhielt er nach dem Minenbesitzer Thomas Cullinan.
Nachdem der britischen Kolonie Transvaal Ende 1906 die innere Selbstverwaltung zugestanden worden war, schlug Premier Louis Botha dem Parlament der Kolonie im August 1907 vor, den Rohdiamanten aufzukaufen, um ihn dem britischen König Edward VII. als Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung zum Geschenk zu machen. Dieser Vorschlag wurde angenommen und der Diamant daraufhin dem König anlässlich seines 66. Geburtstags am 9. November 1907 auf seinem Landsitz Sandringham überreicht.
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| Abb. Die neun größten Teile nach der Spaltung |
Daraufhin wurde der Diamant den Asscher Brothers in Amsterdam zur Bearbeitung zugesandt, die schon den Excelsior erfolgreich geschliffen hatten. Sie begutachteten den Stein mehrere Monate. Am 10. Februar 1908 versuchte Joseph Asscher die erste Spaltung des Diamanten durchzuführen. Aber das Spaltwerkzeug zerbrach, während der Diamant unversehrt blieb. In seinem zweiten Versuch spaltete er den Diamanten wie geplant. Man sagt, dass Asscher nach der geglückten zweiten Spaltung ohnmächtig wurde. Joseph Asscher spaltete den Rohdiamanten in drei Partien: In 105 einzelne Steine, davon neun große und 96 kleine. 9,5 ct. blieben Rohdiamanten. Die neun großen Diamanten wurden zu Kronjuwelen geschliffen und werden im Londoner Tower aufbewahrt.
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| Abb. Die neun geschliffenen Diamanten |
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| Abb. Zepter von König Edward VII |
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| Abb. Britische Königskrone |
Cullinan I
Cullinan I ist ein tropfenförmig geschliffener Diamant mit einem Gewicht von 530,2 ct. Er misst 53 mmx44 mmx29 mm und besitzt 76 Facetten (einschließlich Kalette und Tafel. Cullinan I wurde aus dem größten jemals gefundenen Diamanten, dem Cullinan, geschliffen und ziert das Zepter von König Edward VII. Er ist im Tower von London ausgestellt. Als Besonderheit kann der Diamant aus dem Zepter herausgenommen und als Nadel oder Anhänger getragen werden. Cullinan I ist auch unter dem Namen "The Great Star of Africa" bekannt, "Der Große Stern von Afrika".
Cullinan II
Cullinan II (auch Kleinerer Stern von Afrika) (Lesser Star of Africa) ist ein kissenförmig geschliffener Diamant und wiegt 317,4 Karat. Er wurde mittig in die Stirnplatte der britischen Königskrone (Imperial State Crown) gesetzt.
Cullinan III
Der Cullinan III wiegt 94,4 Karat und wurde birnenförmig/tropfenförmig geschliffen. Er kam zusammen mit Cullinan IV 1911 in die Krone von Queen Mary. Cullinan III und IV können zusammen als Anhänger/Brosche getragen werden.
Cullinan IV
Cullinan IV wiegt 63,6 Karat und wurde quadratisch geschliffen. Er befindet sich heute im Band der Krone von Königin Mary.
Restliche Cullinan
| Cullinan V: | 18,5 Karat; | heute in einer Brosche |
| Cullinan VI: | 11,5 Karat; | |
| Cullinan VII: | 8,8 Karat; | heute in einer Brosche |
| Cullinan VIII: | 6,8 Karat; | heute in einer Brosche |
| Cullinan IX: | 4,39 Karat; | heute in einem Ring |
Dresdner Grüner Diamant
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| Abb. Grüner Diamant |
Der Dresdner Grüne Diamant ist ein 41 Karat (8,2 g) schwerer natürlicher grüner Diamant, dessen Geschichte sich bis 1722 nach London zurückverfolgen lässt, wo er aus einem Rohdiamanten mit 119,5 Karat geschliffen wurde. Zuvor wurde er in Indien, nach anderen Quellen wird auch Brasilien vermutet, gefunden.
Er ist nach der sächsischen Hauptstadt Dresden benannt, wo er seitdem die meiste Zeit zu sehen war. Die längste Zeit seiner Abwesenheit aus Dresden lag im Zeitraum von 1945 bis 1958, als er nach dem 2. Weltkrieg als Kriegsbeute in die Sowjetunion gebracht wurde. In den Jahren 1741 oder 1742 erwarb König August III. den Diamanten. Hofgoldschmied Johann Melchior Dinglinger arbeitete den Stein in einen Golden-Vlies-Orden ein. Franz Michael Diespach fertigte später aus dem Orden zwei Schmuckstücke, eines davon war eine Hutkrempe mit dem Grünen Diamanten. Er gilt als der weltweit größte, natürlich grünlich gefärbte Diamant. Seine einzigartige grüne Farbe rührt von natürlichen radioaktiven Stoffen her. Der Diamant ist im Grünen Gewölbe in Dresden zu besichtigen.
Der Excelsior Diamant
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| Abb. Der Excelsior Diamant |
Dieser 995,2 ct. großer Roh-Diamant wurde am Nachmittag des 30. Juni 1893 von einem afrikanischen Minenarbeiter in Jagersfontein gefunden. Er las ihn in einer Schaufel mit Kies auf, die er auf einen Lastwagen aufladen wollte. Er verbarg den Diamanten vor seinem Aufseher und lieferte ihn direkt bei dem Minen Manager ab. Als Belohnung erhielt der Arbeiter 500,-- £ und ein Pferd mit Sattel und Zaumzeug.
Der Diamant besaß die wunderschöne Blau-Weiße Farbe, die charakteristisch für die schönen Jagersfontein-Diamanten war. Der Diamant war von einer ausgezeichneten Qualität, auch wenn er einige schwarze innere Einschlüsse besaß, die allerdings typisch für Jagersfontein-Diamanten sind. Die Form des Steines war außergewöhnlich: Flach auf der einen Seite und spitz erhaben auf der anderen Seite. Dieses Aussehen war wahrscheinlich der die Inspirationen zur Benennung dieses Diamanten: Excelsior, was "emporragend" bedeutet.
Der Excelsior wurde von dem Amsterdamer Schleifer A. Asscher in mehrere Diamanten gespalten. Die daraus entstandenen drei größten Rohsteine wogen 158, 147 and 130 Carat. Das Schleifen ergab 21 Steine von einer Größe von 70 bis unter ein Carat. Die geschliffenen Diamanten wogen insgesamt 373,75 Carat, was einem Gewichtsverlust gegenüber dem Rohdiamanten von fast 63% entsprach. Trotzdem wurde dieses Resultat besser als man erwartete betrachtet.
Die Spezifizierung der größeren aus dem Rohstein geschliffenen Diamanten ist wie folgt:
| Excelsior I: | 69,68 ct. Pear Shape |
| Excelsior II: | 47,03 ct. Pear Shape |
| Excelsior III: | 46,90 ct. Pear Shape |
| Excelsior IV: | 40,23 ct. Marquise |
| Excelsior V: | 34,91 ct. Pear Shape |
| Excelsior VI: | 28,61 ct. Marquise |
| Excelsior VII: | 26,30 ct. Marquise |
| Excelsior VIII: | 24,31 ct. Pear Shape |
| Excelsior IX: | 16,78 ct. Pear Shape |
| Excelsior X: | 13,86 ct. Pear Shape |
| Excelsior XI: | 9,82 ct. Pear Shape |
Die Excelsior Diamanten wurden jeweils einzeln verkauft. Drei wurden von Tiffany & Co., Union Square in New York City gekauft. Die Namen der anderen Käufer wurden nicht bekannt gegeben. Es ist aber bekannt, dass De Beers 1939 auf der World's Fair in New York einen der als Marquise geschliffenen Diamanten ausstellte.
Der Koh-I-Noor
Der Koh-I-Noor ist ein oval geschliffener Diamant mit einem Gewicht von 105,602 ct. Das Gewicht des Rohdiamanten wird auf 600 ct. geschätzt. Vielleicht ist der Koh-I-Noor der älteste noch existierende Diamant, der je durch Menschenhand ging. Der älteste Mythos ist über 5000 Jahre alt, als ein großer Diamant in einem Sanskrit-Epos erwähnt wurde. Auch Hindu-Götter zankten, der indischen Mythologie nach, um einen großen Diamanten. Ob der Koh-I-Noor einer dieser alten Steine ist, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Dass sein Ursprung im alten indischen Diamantenabbaugebiet von Kollur im Distrikt Guntur bei Golkonda zu suchen ist, gilt heute als relativ gesichert.
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| Abb. Koh-I-Noor in der alten Form |
Der Stein wurde in die Vorderseite des Malteserkreuzes der Krone von Königin Elisabeth, der Mutter der Queen, zusammen mit mehr als 2000 weiteren Diamanten gefasst. "Koh-I-Noor" kommt aus der persischen Sprache und bedeutet "Berg von Licht". Er wird als einer der berühmtesten Diamanten der Geschichte bezeichnet.
Der Koh-I-Noor befand sich im Laufe der Geschichte im Besitz verschiedener Indischer und Persischer Herrscher. Zum ersten Mal wurde der Stein 1304 beschrieben, als ihn der Indische Rajah von Malwa besaß. Später fiel er in die Hände des Sultan Baber.
Während der nächsten zwei Jahrhunderte war der Diamant einer der wertvollsten Juwelen der herrschenden Mogule. 1739 fiel der persische Schah Nadir in Dehli, Indien, ein und plünderte die Stadt, um den großen Diamanten zu erlangen. Dies gelang jedoch nicht. Die Legende besagt, dass eine der Haremsdamen Shah Nadir darüber informierte, dass der Diamant von Shah Mohammed in seinem Turban versteckt gehalten wurde. So nutzte Nadir eine orientalische Sitte zu seinem Vorteil aus: Er schlug vor, anlässlich der Siegesfeier die Turbane zu tauschen. Dies ist ein altbekannter orientalischer Brauch, ein bruderschaftliches Verhältnis aufzubauen und Sicherheit und ewige Freundschaft zu gewährleisten. Schah Mohammed war erstaunt über die Raffinesse seines Rivalen. Aber er war kaum in der Lage, sich diesem Anliegen zu widersetzen. So stimmte er zu. Später in dieser Nacht, als Schah Nadir sich in sein Schlafgemach zurückzog, entfaltete er den Turban seines Gastgebers und fand den Diamanten. Als seine Augen diesen wundervollen Edelstein erblickten, rief er aus: "Koh-I-Noor!" - Ein Berg von Licht! Von diesem Augenblick an hatte der Diamant einen Namen. Schah Nadir brachten den Diamanten 1739 nach Persien.
Im Jahr 1747 wurde Schah Nadir ermordet und der Diamant fiel in die Hände von Schah Ahmad von Afghanistan, bis er vom Maharadscha der Sikh von Punjab, Ranjit Singh, während eines Feldzuges 1813 in Afghanistan übernommen wurde. Später krönte sich Ranjit Singh selbst zum Herrscher von Punjab. Auf seinem Sterbebett vermachte er 1839 den Koh-I-Noor-Diamanten einem Hinduistischen Tempel in Orissa. Nach seinem Tod führten die Britischen Verwalter jedoch seinen letzten Willen nicht aus und Ranjit Singh´s Nachfolger überließ den Diamanten 1851 Queen Victoria.
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| Abb. Koh-I-Noor mit neuem Schliff |
Wegen der fehlenden Brillanz des Diamanten wurde beschlossen, den Stein nachzuschleifen um dessen Brillanz zu verbessern. Der Koh-I-Noor wurde von 186 ct. zu seiner gegenwärtigen Größe von 105,602 ct. herunter geschliffen. 1936 wurde der Diamant in die Krone der neuen Königin Elisabeth, Gattin des Königs Gerorge VI., eingesetzt.
Der Millennium Star
Der Millennium Star ist ein tropfenförmig geschliffener Diamant mit einem Gewicht von 204,04 ct. Er ist der weltweit zweitgrößte Diamant des Farbgrades D, innerlich und äußerlich lupenrein mit perfekten Proportionen. Der größte ist der 273.15-karätige Centenary. Der Rohdiamant des Millennium Star wog die magische Zahl von 777 ct.
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| Abb. Der Millennium Star |
Der Rohdiamant wurde 1990 im Mbuji-Mayi Distrikt in Zaire (Republik von Kongo)in angeschwemmten Ablagerungen entdeckt und von De Beers erworben. Die Schleifer der Steinmetz Diamonds Group benötigten mehr als drei Jahre, um die klassische Tropfenform mit 54 Facetten zu vervollkommnen. Mehrere hundert Plastikmodelle des Rohdiamanten wurden erstellt, um einen optimal geschliffenen Stein bezüglich Schönheit und Gewicht zu planen. Zum Schleifen wurden Laser eingesetzt.
Zum ersten Mal wurde der Diamant im Oktober 1999 in London der Öffentlichkeit als Mittelpunkt der "De Beers Millennium Diamond Collection" vorgestellt. Eine zweite Ausstellung war die “De Beers Millennium Jewels Exhibition” im neuen Millennium Dome 2000 in London. Dort gab es einen Versuch, den Diamanten durch einen Einbruch mit Bolldozern zu stehlen; dies wurde jedoch durch einen Tipp an Scotland Yard vereitelt.
Der Taylor-Burton
Der Rohdimant des Taylor-Burton wurde 1966 in der Premier Mine gefunden und wog 240,80 ct. Elisabeth Taylor erhielt den geschliffenen Stein mit 69 ct. als Geschenk von Ihrem fünften Ehemann Richard Burton.
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| Abb. Taylor Burton |
Der Rohdiamant wurde von Harry Winston gekauft. Als der Stein in New York ankam, studierten Harry Winston und sein Spalter Pastor Colon Jr. den Diamanten sechs Monate lang. Zeichnungen wurden erstellt, verworfen und wieder neu erstellt, um herauszufinden, wie der Stein gespalten werden konnte. Dann kam der große Tag, an dem der Stein gespalten wurde. Die Spannung, die eine solche Operation mit sich bringt, wurde noch aufgeheizt durch die Hitze und das Licht von Scheinwerfern, da das TV die Erlaubnis hatte, bei diesem Ereignis anwesend zu sein. Nachdem der Diamant gespalten war, sagte der Spalter Pastor Colon nichts. Er beugte sich über seine Werkbank, um das abgespaltene Stück Diamant an sich zu nehmen. Er blickte durch sein Hornbrille für eine Sekunde auf den Stein, ob es eine Fraktur gegeben habe - dann rief er aus: "Wundervoll!" Das eine abgespaltene Rohstück wog 78 ct. und war für einen geschliffenen Stein von 24 ct. bestimmt. Das andere große Stück wog 162 ct. und sollte einen tropfenförmigen Diamanten von ca. 75 ct. ergeben.
Der erste Eigentümer nach Harry Winston war nicht Elisabeth Taylor. 1967 verkaufte Harry Winston den Diamant-Tropfen an Harriet Annenberg Ames, die Schwester von Walter Annenberg, dem amerikanischem Botschafter in London. Zwei Jahre später schickte sie den Diamanten zu Parke-Bernet Galleries in New York, um ihn auf einer Auktion versteigern zu lassen. Sie begründete Ihren Entschluss folgendermaßen: "Ich fühlte mich unglücklich und behielt immer meine Handschuhe an aus Angst, dass man den Diamanten sieht. Ich war immer eine sehr gesellige Person und hatte keine Freude daran. Ich saß diese Jahre wie in einem Banksafe. Es erscheint töricht, den Stein zu behalten ohne ihn nutzen zu können."
Der Diamant kam am 23. Oktober 1969 auf der Auktion zur Versteigerung mit dem Einvernehmen, dass er von dem künftigen Käufer einen Namen erhalte. Vor dem Verkauf kursierten Spekulationen, wer für diesen Diamanten wohl bieten würde. Die Kolummnisten warfen mit den bekannten internationalen Namen umher. Elisabeth Taylor war eine von Ihnen und in der Tat warf sie einen Blick auf den Diamanten, als er für Sie in die Schweiz geflogen wurde. Danach wurde der Stein wieder nach New York geflogen unter - wie man sagte - ungewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen.
Der Auktionator eröffnete die Auktion indem er fragte, ob einer gewillt sei, 200.000,-- $ zu bieten, worauf in dem Saal ein gleichzeitiges "Ja!" ertönte. Die Gebote stiegen und der Preis erreichte bei neun verbleibenden Bietern 500.000,-- $. Bei 500.000,-- $ erhöhten sich die einzelnen Gebote um jeweils 10.000,-- $. Bei 650.000,-- $ waren nur noch zwei Bieter übrig. Als das Gebot von 1.000.000,-- $ erreicht war, stieg Al Yugler of Frank Pollack, der für Richard Burton bot, aus. Höllenlärm brach aus, als der Hammer fiel und jeder im Saal stand auf, da der Auktionator den Käufer nicht identifizieren konnte. Er musste die Anwesenden zur Ordnung rufen.
Der Gewinner der Auktion war Robert Kenmore, der Vorsitzende der Board of Kenmore Corporation, die Eigentümer der Cartier Inc., die den Rekordpreis von 1.050.000,-- $ für den Diamanten zahlten. Sie nannten den Stein sofort den "Cartier". Der vorherige Rekordpreis für ein Juwel lag 1957 bei 305.000,-- $ für ein Diamantcollier aus dem Rovensky-Besitz: Ein Diamant, bekannt als "Der Rovensky" (möglicherweise der Excelsior III), mit etwa 46,50 ct.
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| Abb. Harry Winston |
Sowohl Harry Winston als auch Richard Burton waren unterlegene Bieter. Aber Burton wollte sich nicht damit abfinden und war entschlossen, den Diamanten zu erwerben. So telefonierte er von einem Münztelefon eines bekannten Hotels in Südengland aus mit Mr. Kenmores Agent. Während er eingeengt zwischen der Lounge Bar und dem Salon unaufhörlich Münzen in das Telefon einwarf, verhandelte er über den Diamanten. Die Gäste, die in Ruhe ihre Drinks zu sich nahmen, hörten die lauten Worte des Schauspielers als er rief: "Es interessiert mich nicht, wie viel er kostet. Gehen Sie und kaufen Sie ihn!" Letztendlich stimmte Robert Kenmore zu, den Stein zu verkaufen unter der Bedingung, dass Cartier ihn in New York und Chicago ausstellen dürfe. Seit diesem Zeitpunkt heißt der Diamant "Der Taylor Burton". Burton bestritt nicht, dass Cartier einen Gewinn bei diesem Verkauf erzielte. Er kommentierte es wie folgt: "Wir sind Geschäftsleute und wir sind glücklich, dass Miss Taylor glücklich ist."
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| Abb. Liz Taylor mit Taylor-Burton |
Mehr als 6000 Menschen pro Tag scharten sich um das Cartier-Geschäft in New York, um den Taylor-Burton zu sehen. Die Massen erstreckten sich die Straße hinunter. Kurze Zeit später am 12. November trug Elisabeth Taylor den Taylor-Burton zu ersten Mal öffentlich auf Fürstin Grace Kellys 40. Geburtstagsfeier in Monaco. Der Diamant wurde von New York nach Nizza geflogen begleitet von bewaffneten Wächtern, die von Burton und Cartier angeheuert wurden.
Als Folge Ihrer Scheidung von Richard Burton gab Elisabeth Taylor 1978 bekannt, dass sie den Diamanten zum Verkauf anbieten werde. Sie beabsichtigte, einen Teil des Erlöses zum Bau eines Hospitals in Botswana zu verwenden. Im Juni 1979 gab der New Yorker Juwelier Henry Lambert bekannt, dass er den Taylor-Burton für 5.000.000,-- $ erworben habe. Im Dezember verkaufte er den Diamanten dem gegenwärtigen Besitzer Robert Mouawad. Kurze Zeit später wurde der Stein auf sein gegenwärtiges Gewicht von 68,09 ct. herunter geschliffen. Es wurde die Rundiste nachgeschliffen und die Kalette etwas verkleinert.
Der Regent Diamant
| Abb. Regent Diamant |
Der Regent, der ursprünglich 410 Karat wog, ist der schönste Diamant der Welt. Seine abenteuerliche und hochinteressante Geschichte ist gut belegt. Gier, Mord und Unbarmherzigkeit spielen zu Beginn eine Rolle. Schwierigkeiten, sowohl in politischer als auch in sozialer und persönlicher Hinsicht begleiten den Stein bis zu seinem letzten Besitzer. Dieser 410 ct. schwere Rohdiamant, ursprünglich bekannt als "Der Pitt", war einer der letzten großen Diamanten, die in Indien gefunden wurde. Es heißt, er wurde von einem Sklaven 1701 in der Parteal Mines (auch Partial Mine) an dem Fluss Kistna gefunden. Der Sklave stahl den riesigen Rohdiamanten, indem er ihn unter einem Verband einer sich selbst zugefügten Wunde verbarg und floh zur Meeresküste. Dort plauderte er sein Geheimnis an einen englischen Kapitän aus und bot ihm die Hälfte des Wertes des Diamanten für eine sichere Überfahrt in ein freies Land an. Aber während der Überfahrt nach Bombay überkam den Kapitän die Versuchung: Er ermordete den Sklaven und nahm den Diamanten an sich. Nachdem er ihn an einen indischen Diamantenhändler für 5000 Dollar verkauft hatte, führte der Kapitän ein verschwenderisches Leben. Er litt aber aufgrund des Mordes immer stärker unter schweren Gewissensbissen und erhängte sich.
Im Jahre 1702 verkaufte Jamchund den Diamanten für 100.000 Dollar an den Gouverneur Thomas Pitt von Ft. George, Madras, den Großvater von William Pitt, der den Historikern als William Pitt der Ältere bekannt ist. William war der britische Premierminister, nach dem Pittsburgh benannt wurde. Er sandte den Diamanten nach England, wo er ihn zu einem 140,50 ct. großen Diamanten im Cushion-Cut (Kissenschliff) mit den Abmessungen 32mm × 34mm × 25mm schleifen ließ. Das Schleifen nahm zwei Jahre in Anspruch und kostete ca. 25.000 Dollar. Aber eine Reihe kleinerer Diamanten brachten mehr als 35.000 Dollar ein. Einige dieser kleineren Diamanten waren im Rosenschliff und wurden an Peter den Großen von Russland verkauft. Der Hauptstein wird heute trotz eines kleinen Einschlusses als einer der schönsten und brillantesten aller großen berühmten Diamanten betrachtet. Der Schliff wurde ursprünglich von R.H. Long & Steele entworfen, aber es fehlten sowohl die feinen Pavillon-Facetten als auch Facetten auf der Krone. Der britische Gemmologe Michael Hing verfeinerte das Design des Diamanten, indem er die fehlenden Facetten hinzufügte. Michael Hing bearbeitete mehrere große Diamanten, darunter auch den Hortensia, den Sancy, den Mouna und den Tiffany Yellow.
Im Jahre 1717 wurde der Diamant an Philip II., den Herzog von Orleans - Regent von Frankreich -, für ca. 650.000 Dollar verkauft. Seit diesem Zeitpunkt ist der Diamant als "Regent" bekannt. Er wurde in die Krone von Louis XV. eingesetzt. Er trug sie zu seiner Krönung im Februar 1723. Er wurde aus der Krone wieder entfernt und von Königin Marie Leczinska in ihrem Haar getragen. Zwei Generationen später zierte der Regent einen großen schwarzen Samthut von Marie Antoinette. Der sehr begehrte Edelstein verschwand zusammen mit den beiden gleichermaßen berühmten Diamanten "Sancy" und "French Blue" (aus dem der "Hope" geschliffen wurde), als die französische Schatzkammer 1792 während der frühen französischen Revolution ihrer sagenhaften Juwelen beraubt wurde. Einige der Juwelen wurden bald wieder gefunden, aber der Regent konnte zunächst nicht aufgespürt werden. Nach 15 Monaten wurde er in einem Loch unter dem Gebälk einer Dachstube in Paris gefunden.
Nach der französischen Revolution wurde der Regent in den Griff des Schwertes von Napoleon Bonaparte eingesetzt, das er 1804 zu seiner Krönung trug. Als Napoleon 1814 ins Exil nach Elba ging, brachte Marie Louise, seine zweite Frau, den Diamanten nach Österreich. Ihr Vater, Kaiser Franz I., führte ihn nach Frankreich zurück, wo er wieder Teil der französischen Kronjuwelen wurde. 1825 trug Charles X. den Regent zu seiner Krönung. Er blieb in der Krone bis zur Zeit Napoleons III. Dann wurde er in ein griechisches Diadem gefasst, dass für Kaiserin Eugenie entworfen wurde. Eine Vielzahl der französischen Kronjuwelen wurden 1887 auf einer Auktion verkauft, aber der Regent wurde vom Verkauf ausgeschlossen und im Louvre neben weiteren nationalen Schätzen ausgestellt. Als die Deutschen 1940 in Paris einmarschierten, wurde der Regent nach Schloss Chambord gebracht, wo er hinter einer Steintafel versteckt wurde. Nach dem Krieg fand er seinen Weg nach Paris zurück, und wurde in der Apollo Gallerie des Louvre ausgestellt. Er war 1962 eine der Besonderheiten auf der Ausstellung von französischen Juwelen aus zehn Jahrhunderten in diesem Museum.
Der Sancy Diamant
| Abb. Der Sancy Diamant |
Der Sancy hat eine der interessantesten, facettenreichsten und verworrensten Geschichten aller berühmter Diamanten in Europa. Er stammt wahrscheinlich aus Indien aus den Sambalpur Minen an den Ufern des Mahanadi Flusses. Er ist ein farbloser Diamant mit einem sehr schwachen grünlich-gelben Farbton mit einem Gewicht von 55,23 Carat. Der Stein wird als der größte weiße Diamant in Europa beschrieben - bis zum Eintreffen des Regent Diamanten im 17. Jahrhundert. Als einer der ersten großen Diamanten wurde er rundherum mit symmetrischen Facetten geschliffen - also ohne einem üblichen Oberteil.
Der Diamant wurde 1477 in einer Schlacht von seinem ersten bekannten Besitzer, Charles Bold, Herzog von Burgund, verloren. Im Jahre 1570 erwarb den Diamanten der französische Botschafter in Konstantinopel Nicholas Harlai, Seigneur von Sancy, der ein leidenschaftlicher Sammler von Edelsteinen und Juwelen war. So erhielt der Diamant seinen Namen. Sancy brachte den Stein nach Frankreich. Sancy war zu dieser Zeit eine prominente Persönlichkeit am französischen Hof. Heinrich III., der immer sehr empfindlich in Bezug auf seine Kahlköpfigkeit war lieh ihn aus, um damit eine kleine Kopfbedeckung zu schmücken die seine Kahlköpfigkeit verbergen sollte. Sein Sohn Heinrich IV. gab den Diamanten später als Sicherheit für ein beträchtliches Darlehen, um Soldaten anzuheuern. Ein Bote wurde mit dem Juwel gesandt, erreichte jedoch nicht seinen Bestimmungsort, da ihm Diebe gefolgt waren. Da der König sich sicher war, dass der Bote loyal war, ließ er ihn suchen. Man fand seinen Körper und in seinem Magen den Diamanten.
1596 befand sich Sancy selbst in Geldnöten und verkaufte den Diamanten an König Jakob I. von England. Der Stein blieb in England bis 1669. Charles I., Sohn von Jakob I., wurde enthauptet. Seine Witwe Henrietta Maria überließ den Diamanten Sommerset, dem Grafen von Worcester, durch welchen der Stein wieder der englischen Krone zukam. Später besaß ihn Jakob II., der ihn jedoch in der desaströsen Schlacht am Boyne verlor und nach Frankreich flüchtete. Obwohl Ludwig XIV. ein angenehmer und generöser Gastgeber war, waren ihm doch schäbige, trauernde Könige im Exil lästig. In seiner Verzweiflung verkaufte Jakob den Diamanten dem gierigen König, der bekannt war für seine Liebe zu Diamanten. Ludwig gab ihm 25.000 Pfund. Dies hinterließ einen bleibenden Eindruck bei Jakob bezüglich des Wertes des Diamanten in Zeiten der Not. Gemäß einer anderslautenden Geschichte wurde der Sancy unter verschiedenen Umständen verkauft. Während des Bürgerkrieges verpfändete ihn Königin Henrietta Maria zusammen mit weiteren Diamanten an den Herzog von Epernon für 460.000,-- Livre. Im Jahre 1657 zahlte Kardinal Mazarin den Herzog aus, nahm die Steine mit Zustimmung der Königin in seinen Besitz und vermachte sie Ludwig XIV.
1792 zu Beginn der französischen Revolution, wurden der Sancy und weitere berühmte Edelsteine aus der königlichen Schatzkammer in Paris gestohlen. Er tauchte 1828 wieder auf und wurde von einem französischen Händler an Prinz Anatole Demidoff von Russland verkauft. Der Prinz verkaufte ihn 1865 für umgerechnet 80.000Euro. Zwei Jahre später wurde der Sancy von dem französischen Juwelier G. Bapst in Paris ausgestellt, wo er ein Preisschild mit 1.000.000 Francs trug.
1906 wurde der Sancy von William Waldorf Astor als Hochzeitsgeschenk für die Heirat seines Sohn mit Nancy Langhorne von Virginia erworben. Lady Astor trug den großen Diamanten oft in einer Tiara zu staatlichen Anlässen. 1962 war der Sancy ein Glanzlicht auf der französischen Juwelenausstellung aus zehn Jahrhunderten im Louvre. Nach Lady Astors Tod im Jahre 1964 wurde der berühmte Diamant an ihren Sohn vererbt. Der Sancy Diamant ist immer noch so gefasst, dass man ihn als Kopfschmuck tragen kann und befindet sich derzeit im Louvre in Paris.
Der Golden Jubilee Diamant
| Abb. Der Golden Jubilee |
Der Golden Jubilee ist der schönste weißen Diamanten, der je gefunden wurde. Der bernsteinfarbige Golden Jubilee ist der größte facettierte Diamant der Welt mit einem Gewicht von 545,67 ct. Der Rohstein wog 755 ct. Seit 1908 galt der Cullinan I. als der größte geschliffene Diamant der Welt. Das änderte sich 1985, als dieser große braune Diamant von 755 ct. in der Premier Mine von Südafrika gefunden wurde. Ursprünglich wurde er der namenlose "Braune" genannt. Geschliffen wurde der Diamant von dem Meisterschleifer Gabi Tolkowsky. Hierbei testete und perfektionierte er eine Anzahl von Schleifwerkzeugen, die er zusammen mit seinem Team entwickelt hatte, um den Centenary Diamant zu schleifen. Das Schleifen des Steins dauerte ein Jahr. Das Ergebnis war ein moderner Fire-Rose Kissen-Schliff der Farbe "fancy yellow-brown" mit 148 perfekt symmetrischen Facetten und einem Gewicht von 545,67 ct. Die über 72%ige Erhaltung des Gesamtgewichts war außerordentlich. Normalerweise liegt das Verhältnis von Rohstein zu geschliffenem Stein bei ca. 50%.
Ein thailändisches Syndikat kaufte 1995 den Golden Jubilee von De Beers. Anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums König Bhumibols von Thailand wurde ihm dieser Stein 1997 als Geschenk für die Kronjuwelen von dieser Investorengruppe überreicht. Daher erhielt er auch seinen Namen. Vorher war er unbekannt.
Der Hortensia Diamant
| Abb. Der Hortensia Diamant |
Dieser pfirsichfarbene Stein mit 20 Karat wurde nach Hortense de Beahharnais, Königin von Holland, benannt. Der Diamant Hortensia gehörte zu den Juwelen der französischen Krone, nachdem er von Ludwig XIV erworben wurde. Heute sind Hortensia und Regent im Louvre ausgestellt.
Der Florentiner Diamant
| Abb. Der Florentiner Diamant |
Der Florentiner oder Toskaner, ein gelblicher Diamant von 137,27 Karat, ist in der Form eines Brioletts geschliffen, mit neunfacher Anordnung der Facetten. Er war 1918 noch im Besitz des Kaisers von Österreich. Man vermutet, daß es sich dabei um den kostbarsten von drei Diamanten handelt, die Karl der Kühne von Burgund nach der Sage in der Schlacht von Granson verloren hat. Ein Schweizer soll ihn in einem Kästchen gefunden haben, und nach einigen Verkäufen kam er dann an den Regenten von Mailand, Ludovico Sforza. Papst Julius II. zahlte bei der Zersplitterung des mailändischen Schatzes 20.000 Dukaten dafür. Später hatte ihn die Familie Medici in Florenz (daher der Name) in Besitz. Als die letzte Medici 1743 ohne Erben starb, kam der große Diamant an Maria Theresia und ihren Gemahl, Franz von Lothringen.























