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Betrüger zockte gutgläubige Autofahrer ab

(03/2009) Mit einer erfundenen Geschichte und einem wertlosen Ring ist am Montag ein gutgläubiger Autofahrer aus Wolfhagen aufs Kreuz gelegt und um rund 50,- Euro erleichtert worden. Jetzt laufen bei der Ermittlungsgruppe der Polizeistation in Wolfhagen Ermittlungen wegen Verdachts des Betruges.
Der 48-Jährige war am Montagnachmittag gegen 17:15 Uhr auf der Bundesstraße 251 von Habichtswald in Richtung Istha unterwegs. An der Autobahnauffahrt zur A 44 bei Zierenberg im Landkreis Kassel sah er im Vorbeifahren einen gestikulierenden Autofahrer neben seinem Fahrzeug, einem dunklen Passat mit Stufenheck und vermutlich rumänischem Kennzeichen, stehen. Da er dies nicht genau einordnen konnte und er auch einen Notfall für möglich hielt, wendete er sein Auto kurzerhand und hielt beim vermeintlichen Pannenfahrzeug an. Der unbekannte Autofahrer erzählte ihm, dass er weder Geld noch EC- oder Kreditkarte habe, aber unbedingt tanken müsse und auch etwas zu essen für seine Familie bräuchte. Ob er ihm denn nicht 150,- Euro borgen könne, fragte der Unbekannte höflich, versprach eine Rückzahlung in spätestens zwei Tagen und zudem die Möglichkeit, bei einem Besuch in seiner Heimat bei ihm umsonst übernachten zu können. Außerdem werde er ihm einen wertvollen Siegelring aus massivem Gold als Pfand überlassen, habe der Mann erklärt. Bargeld wollte der Wolfhager dann trotz vermeintlicher Notlage nicht aus der Hand geben, bot aber an, dass man gemeinsam zu einer nahe gelegenen Tankstelle fahren und dort tanken und auch etwas einkaufen könne. Gut 50,- Euro wurde der hilfsbereite Mann dort alles in allem los. Als er das Pfandstück, vermeintlich ein wertvolles Erbstück aus Gold, am Dienstag einem Juwelier zeigte, flog der Schwindel auf.
Wie der Zeuge den ermittelnden Polizeibeamten der Station in Wolfhagen am Dienstag bei der Anzeigenerstattung angab, saßen in dem Auto des mutmaßlichen Betrügers noch drei weitere Personen. Auf dem Beifahrersitz erkannte er einen Mann, hinten vermutlich eine Frau und ein kleines Kind. Da die hinteren Scheiben getönt waren, können die Personen nicht näher beschrieben werden. Der Fahrer, der Deutsch mit osteuropäischem Akzent gesprochen habe, war etwa 1,80m groß und kräftig. Er machte einen gepflegten Eindruck, hatte schwarze Haare und trug einen hellen Pulli mit Streifen.
Das Kennzeichen des dunklen VW Passats soll ein in Rumänien ausgegebenes EU-Nummernschild gewesen sein und hatte die Buchstaben- und Ziffernfolge VL 05 XZF. Der gleiche Betrüger könnte am gleichen Tag zuvor schon an der Auffahrt Breuna aktiv gewesen sein. Bei der Wolfhager Polizei meldete sich ein 65-jähriger Autofahrer aus Naumburg, dem ebenfalls ein wertloser Ring als Pfandstück angedreht worden war. 25,- Euro hatte dieser hilfsbereite Mitmensch herausgerückt, um dem vermeintlich in Not befindlichen Autofahrer die Betankung seines Fahrzeugs zu ermöglichen. Der Personenbeschreibung nach dürfte es der gleiche Tatverdächtige gewesen sein. Die polizeiliche Vernehmung dieses mutmaßlichen Betrugsopfers steht allerdings noch aus.
Die Fälle im Wolfhager Land sind bundesweit keine Einzelfälle. Die Masche ist denkbar einfach, führt aber leider immer mal wieder zum Erfolg. Die Betrüger stehen meist an Autobahnauf- und Abfahrten oder Rastplätzen. Sie halten Fahrzeuge an, indem sie beispielsweise Pannen vortäuschen. Die Täter fordern mit rührseligen Geschichten Geld, meist zwischen 50,- und 150,- Euro, für eine Tankfüllung oder Lebensmittel. Sie bieten dafür vermeintlich wertvollen Goldschmuck an, der meistens angeblich über 1.000,- Euro Wert sein soll und aus einem Familienerbe stamme. In Wirklichkeit handelt es sich um wertlosen Modeschmuck. Das sogenannte "Autobahngold" soll dabei als Pfand dienen.
Hinweise auf die Person des mutmaßlichen Betrügers und sein Fahrzeug bitte an die Ermittlungsgruppe der Polizeistation in Wolfhagen, Tel. 05692 / 9829-0 oder das Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel, Tel. 0561 / 910 - 0.





